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© Förderverein Arycan Gran Canaria e.V.
ETN Zwischenbilanz 1. Quartal 2018
FÖRDERVEREIN ARYCAN Gran Canaria e.V.
Auch im ersten Quartal 2018 hat sich einiges getan auf der Insel. Neben dem laufenden Kastrationsprojekt in der Auffangstation stand vor allem die politische Arbeit im Vordergrund. Schon im Herbst des letzten Jahres konnten durch verschiedene Anträge und Eingaben bei dem kanarischen Inselparlament ein Gesetzentwurf eingereicht werden, der weitreichende Verbesserungen im Tierschutz beinhaltet. In vielen Diskussionsrunden und Besprechungen mit Vertretern der Regierung konnte dieser Gesetzentwurf noch weiter verbessert werden und soll nun spätestens im Mai verabschiedet werden.
Dieser Artikel ist dazu in der Zeitung erschienen und beschreibt die aktuelle Situation. Neben vielen rechtlichen Aspekten und Aufzählungen gibt es ein paar Kernaussagen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen.   „Auf Antrag des „Ministeriums für Präsidentschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit der Kanarischen Inseln“ wurde ein Gesetzentwurf den Schutz und Haltung von Haustieren auf den Kanarischen Inseln verabschiedet. Diese Initiative versucht, viele Aspekte des Tierschutzes in einem einzigen Rechtstext zu regeln. Die wichtigsten davon betreffen den Besitz von Tieren. Der Text wird das geltende Tierschutzrecht aus Artikel 8/1991 ersetzen. Die kanarischen Inseln leisten damit in Spanien Pionierarbeit.“ Die wichtigste und in unseren Augen auch erfreuliche Aussage ist die von Berater José Miguel Barragán, der bemerkte, dass die kanarische Gesellschaft einen großen Fortschritt im Bewusstsein im Umgang mit Tieren als Lebewesen erfahren hat, die ihren Lebensraum mit dem Menschen teilen. Die wichtigsten Aspekte: Die Förderung der sozialen Verantwortung für die Tiere, so dass das langfristige Ziel ist, dass keine Tiere mehr ausgesetzt und danach ggf. in den Auffangstationen eingeschläfert werden. Dazu gehört auch, dass die Tiere mit einem modernen und sicheren System, dem Mikrochip, gekennzeichnet werden. Es soll auch eine Höchstanzahl von Tieren geben, die man halten darf. Genaueres wird aber noch festgelegt werden. Gleichermaßen legt das Gesetz fest, dass Geldbußen nicht in den Gesamthaushalt fließen,  sondern zur Finanzierung von Tierschutzmaßnahmen dienen. Und dass neben Geldbußen im Falle von schweren und sehr schweren Verstößen auch Tierhalteverbote erteilt werden können. Der Artikel geht noch einmal auf den Entwicklungsprozess dieses Gesetzentwurfes ein, in dem auch verschiedene Orga- nisationen in vielen öffentlichen Sitzungen und Diskussionsrunden einbezogen wurden. Es soll auch kein reines Gesetz zum Schutz von Tieren sein, sondern auch Schaden für die Menschen und die Umwelt (z.B. in Bezug auf Gesundheit und Hygiene) vermeiden. Es soll Verbote geben sowie Aufgaben und Pflichten, die Personen zu erfüllen haben, die Tiere besitzen (z.B. Über- dachungen, um ihren Schutz zu gewährleisten oder Misshandlungen jeder Art zu verbieten). Sollte alles so kommen, wie es geplant ist, wird dieses Gesetz wohl eines der fortschrittlichsten Tierschutzkonzepte überhaupt sein, zu dessen Maßnahmen auch das Verbot von Tierkämpfen aller Rassen oder Arten gehört. Daneben soll es z.B. ein Verbot geben, dass den Verkauf von Tieren an Minderjährige untersagt oder eins, dass die Haltung von Wildtieren in Zirkussen verbietet. Hört sich alles ziemlich positiv an. Ob und wie weit die Umsetzungen dann die Erwartungen der Tierschützer erfüllt, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Wichtig ist jedoch, dass ein Umdenken eingesetzt hat und Tiere damit einen anderen Stellenwert bekommen sollen! Neben dieser zwar aufwendingen, aber auch erfolgreichen Arbeit bei Besprechungen und Diskussionen mit der Regierung in Sachen des neuen Gesetzentwurfs, konnten Mitte Januar zum ersten Mal Vertreter verschiedener Tierschutzorganisationen auf Gran Canaria an einen Tisch gebracht werden. Im Laufe der nächsten Wochen wurde die Föderation gegründet und die Arbeit konnte auch dort aufgenommen werden. Es gab bereits mehrere Vorstandssitzungen und auch Besprechungen mit Behörden bei denen Andrea, die als Vorstands- mitglied der Förderation für die massiven Kastrationen zuständig sein wird, auch immer teilgenommen hat.
Sowohl im Februar als auch im März konnten erfolgreich Kastrationsaktionen geplant werden, an denen verschiedene freiwillige Helfer und Tierärzte jeweils 50-60 Katzen kastrierten – näheres gibt es hier zu lesen: http://www.arycan.de/kastra_albuerge.htm http://www.arycan.de/santa_brigida.htm Weitere Aktion sind in enger Zusammenarbeit mit der Tierärztekammer auf Gran Canaria geplant. Mit Vertretern verschiedener weiterer Gemeinden wurden bereits Konzepte für die massive Kastration der Streunerkatzen erörtert. In Mogan mussten die Gespräche leider ergebnislos beendet werden, da die Gemeindeverwaltung das „Streunerproblem“ gegen Entgelt auf ein privates Unternehmen übertragen hat, welches dann auch für die Kastrationen zuständig sein müsste. Eine Kampagne ohne Kosten-Beteiligung der Gemeindeverwaltung (die natürlich nicht zweimal bezahlen möchte) sollte nicht durchgeführt werden. Aber die Gemeinde Agaete zeigt sich auch sehr interessiert und gesprächsbereit. Allerdings bedarf es dort noch weiterer Erörterungen, da diese Gemeinde noch nicht ihre kommunalen Gesetze dahingehend geändert hat, dass das Füttern von freilebenden Tieren nicht mehr verboten ist. Ohne dass eine Weiterversorgung und Betreuung der kastrierten Tiere sicher- gestellt ist, macht eine Kastrationsaktion keinen Sinn! Mit den Aktionen in Santa Brigida und bei den Katzen in der Albergue konnten in den ersten drei Monaten des Jahres 2018 bereits 507 Tiere kastriert werden! Insgesamt konnten bis Ende März 2018 im Kastrationsprojekt mit dem ETN bereit 3.650 Tiere kastriert werden. Auch wenn man bei Kastrationen den Erfolg natürlich nicht kurzfristig sehen kann, zeigt sich doch schon eine leichte Tendenz bei den Einlieferungen von Tieren in die Auffangstation. Während in den Jahren zuvor immer von Zahlen zwischen 4.500 und 5.000 Tieren die Rede war, wurden 2017 „nur“ ca. 3.700 abgegeben oder von den Hundefängern gebracht. Im Namen aller Patienten – und der Tiere, die gar nicht erst in ein nicht sehr schönes Leben geboren werden – bedanken wir uns ganz herzlich beim ETN für die großartige Unterstützung, ohne die dieses Projekt nie möglich wäre!