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© Förderverein Arycan Gran Canaria e.V.
Ich LIEBE alte Hunde!!! Ich gestehe, ich bin den grauen Schnauzen total verfallen! Viele Leute können dies nicht nachvollziehen, halten mich gar für verrückt :o) Dann kommen Kommentare wie „der stirbt doch viel zu schnell“, „da steckst du nur Geld rein, alte Hunde sind immer krank und teuer“, „nee, also das Abschied nehmen fällt mir viel zu schwer“, „die haben alle einen Knacks weg“. Meine Meinung: Egal wie lange mich mein Hund begleitet, die Zeit ist immer zu kurz! Klar hat auch ein alter Hund ein Anrecht darauf, mal zum Tierarzt zu müssen. Aber was wird dann bitte aus dem Welpen, wenn er alt wird? Darf er nicht krank werden? Und ein Hund, der auf seine alten Tage ein neues Zuhause sucht, hat wohl ein bewegtes Leben hinter sich. Sonst würde er ja kein neues Körbchen benötigen. Wenn ich schon so an die Sache rangehe, dann kaufe ich mir wohl lieber einen Stoffhund. Auch bei einem jungen Hund kommt irgendwann die Zeit des Abschied Nehmens. Und was mache ich dann? Lasse ich meinen treuen Gefährten in dieser Stunde alleine? Ich erzähle euch mal die Geschichten „meiner“ „alten“ Hunde. Pixie kam im Alter von 13 Jahren aus Ungarn nach Deutschland ins Tierheim. Er hätte den Winter dort nicht überlebt, da er „Dank“ seiner Vorbesitzer ein Wrack war. Auch hier im Tierheim ging es ihm nicht besser und er gab sich auf. Lange Rede kurzer Sinn, Pixie kam zu uns. Wir wollten nicht, dass er alleine im Zwinger stirbt, ohne einmal Liebe zu erfahren. Tja, Pixie blühte auf!!!! Das hat mir gezeigt, wie viel man mit Ruhe, Geborgenheit und Liebe erreichen kann. Fast 4 Jahre gingen wir zusammen einen Weg. Dieser Weg war anfangs holprig. Er war zunächst sehr krank und hatte vor ALLEM Angst. Aber er hat sich so schnell an unser Leben angepasst, hat auf seine alten Tage noch gelernt zu LEBEN. Wir haben jede einzelne Sekunde mit ihm genossen.  Jeder Entwicklungs- schritt kam uns wie ein Wunder vor. Er hat bis zum letzten Atemzug das Leben geliebt. Wir waren dankbar, so viele schöne gemeinsame Tage, Wochen, Monate, Jahre erlebt zu haben. Sein größtes Geschenk an uns war sein Vertrauen. Als er sich zu Linda an die Gänsekeulenbude gesellte, ging ein Stück meines Herzens mit ihm. Tja, es stand direkt fest, Pixie´s Erbe wird weitergeführt. Und somit trat die süße Lady in unser Leben. Sie war 13 Jahre alt, voller Krebs, konnte nach diversen Trennungen (Abschiebung ins Tierheim) von ihrem Rudel nicht alleine bleiben und galt als unvermittelbarer Notfall. Nun, bei uns hat sie auch das Alleine bleiben gelernt. Auch sie hat sich schnell unserem Alltag angepasst. Die bedingungslose reine Liebe, die sie uns gab, war das größte Geschenk. Auch Lady war zwischendurch krank. Sei es die Bluterkrankung oder die Notkastration mit 14 Jahren. Dies lag aber an den Vorbesitzern, die sich alle nicht richtig um Lady gekümmert haben. Deswegen meine Bitte: Kastriert eure Hunde! Wir  gingen zwei wunderschöne Jahre den Lebensweg zusammen. Und auch mit dem Abschied von Lady ging wieder ein Stück Herz mit. Und dann kam Britta – von Arycan :o). Britta war 10 Jahre alt und wartete bereits ca. vier Jahre in der Perrera auf Gran Canaria auf ein neues Körbchen!!! Natürlich gab es anfangs leichte Anlaufschwierigkeiten. So walzte sie unseren Kater Kaa fast platt vor Liebe. Aber mit Geduld und „Spucke“ bekamen wir das schnell in den Griff. Anfangs konnten wir auch nur kleinere Runden gehen, weil sich die Muskeln erst wieder richtig aufbauen mussten. Aber später rannte und sprang Britta übers Feld, als wäre nie etwas gewesen. Und sie hatte auch wieder eine Taille bekommen :o) Britta hatte dann auch verstanden, dass sie nicht alles in ihrem Körbchen bunkern musste! Ansonsten hat alles so wunderbar geklappt. Sie hatte sich direkt in uns verliebt, blieb super alleine, forderte ihre Kuscheleinheiten und war einfach dankbar durch den Garten zu streifen, hier mal schnuppern, dort mal etwas Gras fressen und sich dann genüsslich in der Sonne zu räkeln. Ach ja, ganz wichtig waren die Kuschelstunden mit IHREM Herrchen am Wochenende im Bett! Nach ca. 3 Monaten bekam Britta eine Kumpeline, die Queeny. Queeny war als sie bei uns einzog 7 Jahre alt. Für uns war sie damals ein junger Hund. Aber auch da gehen die Meinungen auseinander. Queeny hat sich wunderbar und absolut reibungslos bei uns eingelebt, obwohl sie für uns wirklich ein echter Jungspund war. Britta hat unser Leben 5,5 Jahre bereichert, bevor sie für immer einschlief. Ich vermisse die Maus noch heute. Queeny ist mittlerweile um die 12/13 Jahre alt. Wir haben ihr aufgrund eines Tumors ein Auge entfernen lassen müssen. Aber für Queeny ist das kein Problem. Blödsinn kann man auch mit einem Auge anstellen :o) Britta hat ihren Chefsessel für mehrere Pflegehunde geräumt. Und dann kam Loba. Loba ist nun circa 11 Jahre alt und bestand nur aus Angst, als sie bei uns als Pflegehund einzog. Sie hat circa 60 bis 70 Schrotkugeln im Körper und hat mindestens die letzten vier Jahre alleine auf einem verlassenen Gelände gelebt. Loba hat gelernt uns zu vertrauen. Aus der ängstlichen Hündin ist eine lebensfrohe Schmusebacke geworden. Sie ist glücklich in ihrer kleinen Welt. Deshalb sucht Loba kein Zuhause mehr… die Maus hat sich so in unsere Herzen geschlichen, sie bleibt bei uns! Der nächste „Jungspund“ kam auf Pflegestelle zu uns. Rashid, ein circa 8-jähriger Podenco. Rashid und Queeny sind ein Dreamteam. Und auch Loba und die Katzen lieben ihn und Rashid liebt uns alle. Auch Rashid hat bei uns sein endgültiges Zuhause gefunden. Ich kann also wirklich nur Positives erzählen. Wenn uns ein Hund verlässt, dann bleibt erst mal nur Schmerz und Leere. Aber dann kommen die schönen Erinnerungen, die tiefe Dankbarkeit meinem treuen Freund „auf seine alten Tage“ ein schönes Leben ermöglicht zu haben. Alte Hunde sind für mich sanfte und unkomplizierte Tiere. Sie begegnen neuen Situation mit ruhiger Gelassenheit, oft mit einem Blick der sagt “Das kenne ich schon alles“. Auch sie können uns noch viele Tage begleiten. Meist ist der Schritt etwas langsamer, die Spiele nicht so ausdauernd wie bei einem Junghund. Eins ist einem aber gewiss: Die bedingungslose Liebe! © Denise Werdier - November 2014
Alter Hund - na und!?!
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