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© Förderverein Arycan Gran Canaria e.V.
Behinderter Hund? Na und!
Immer wieder hört man, dass Menschen sich fragen, ob behinderte Hunde überhaupt Lebensqualität haben. Ob es nicht „tierschutzgerechter“ gewesen wäre, „so einen Hund“ einzuschläfern, anstatt ihm noch Operationen oder Behandlungen zu zumuten… Und wenn wir für jedes „Oh mein Gott, der arme Hund“, das wir beim Spaziergang oder im Wartezimmer vom Tierarzt zu hören bekommen haben, einen Euro bekommen hätten – dann wäre jetzt sicher für jede Menge Katzen das Kastrations-OP-Material finanziert ;o) Laura und Jana interessiert das alles aber einen „feuchten Kehricht“ – sie genießen ihr Leben… und auch wenn ihnen vielleicht der ein oder andere ihre Lebensqualität abspricht, so denken wir, dass die Fotos Bände sprechen, oder?
© Natascha Türk
Laura kennt es gar nicht anders – sie kommt mit ihrem verkrüppelten Vorderbein gut klar! Sie kann damit zwar nicht laufen, aber man kann damit hervorragend Kauknochen festhalten, Pfötchen geben, am „Daumen lutschen“ oder auch „Nägel kauen“ :o)
Bei Jana lag der Fall ein wenig anders. Auch sie wurde mit einer Behinderung am Vorderbein geboren. Anders als bei Laura war das Bein aber nicht „angewinkelt“, sondern es scheuerte beim Laufen schon zeitweise über den Boden – mit der Folge von Verletzungen und Entzündungen! Aber trotz aller Schmerzen war sie ein sehr liebenswerter kleiner Schatz, so dass Andrea gemeinsam mit Enrique beschlossen hat, ihr eine Chance zu geben und ihr das „störende“ verkrüppelte Bein zu amputieren. Die Operation war nicht einfach – und für Jana bestimmt auch stellenweise schmerzhaft… aber Enrique hat tolle Arbeit geleistet und seitdem alles verheilt ist, sprüht die kleine nur so vor Lebensfreude!
Manchmal ist es sogar von Vorteil, wennkein viertes Bein im Weg ist – man kann so viel besser „Schoßhund“ sein ;o)
Jeder, der Jana einmal live erlebt hat… wie sie mit den anderen Hunden um die Wette rennt – und oft sogar gewinnt :o)… wie sie sich über Hundekumpels und jeden Menschen freut, der sich mit ihr beschäftigt… da würde wahrscheinlich nie einer auf die Idee kommen, dass man sie besser eingeschläfert hätte! Natürlich muss man abwägen – und ein fehlendes Bein ist sicher nicht das schlimmste, was einem Hund passieren kann… zumindest wenn „Hund“ kein Schwergewicht ist! (Man merkt da schon bei Laura und Jana den Unterschied von knapp 10 kg – ich denke, unsere „Jungs“ mit gut 40kg hätten da schon einige Probleme). Aber auch behinderte Hunde haben eine Chance verdient! Und glaubt mir, wenn man einige Zeit mit ihnen zusammen lebt, merkt man es selbst gar nicht mehr – und guckt dann oft ziemlich verwundert, wenn man auf „den armen Hund“ angesprochen wird  :o)