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© Förderverein Arycan Gran Canaria e.V.
Vom 19. bis 21. November hatten wir auf Gran Canaria lieben und sehr tatkräftigen Besuch: Kati Kaluza, eine deutsche Tierärztin aus Mainz, hatte vor einigen Monaten ihren Urlaub auf einer Finca in El Risco im Norden der Insel verbracht und während ihres Aufenthalts dort war ihr aufgefallen, dass die Finca regelmäßig von einer Reihe streunender Katzen besucht wurde. Viele der Touristen, die auf der Finca Urlaub machten, fütterten die Tiere, von denen einige deshalb auch sehr zutraulich waren. Aber gesundheitlich waren sie in keinem guten Zustand und natürlich auch nicht kastriert. Sie beschloss, das zu ändern. Übers Internet nahm Kati Kontakt mit Andrea auf und gemeinsam beschlossen die beiden, dass Kati im November für ein Wochenende wiederkommen und so viele der Streunekatzen wie möglich kastrieren würde. Branco, der Besitzer der Finca, war sofort sehr von der Idee angetan und sagte seine Kooperation zu, die Reisekosten von Kati übernahm ARYCAN.
Schon am Vorabend von Katis Anreise fuhren Andrea und zwei Helfer mit Branco nach El Risco hinauf, um Katzen einzufangen. Die ersten beiden - eine schwarzweiße Katze und ein schwarzer Kater - waren zahm genug, um problemlos von Hand in die mitgebrachten Transportkäfige gesteckt zu werden. Eine kleine schwarze und eine rote Katze sowie ein großer Kater dagegen ließen sich nicht so leicht erwischen. Mehr Katzen bekamen wir an dem Abend nicht zu Gesicht. Also stellten wir zwei Fallen auf, bestückten sie mit lecker Tunfisch und Schinken und hofften das Beste.
Am nächsten Morgen war leider keine weitere Katze in die Falle gegangen. Kati legte gleich nach ihrer Ankunft am Mittag trotzdem gleich mal im von Andrea schon vorbereiteten Operationssaal in der Albergue de Bañaderos ordentlich los. Neben dem schwarzen El Risco-Kater nahm sie sich an diesem Nachmittag im Alleingang noch neun Kater aus dem dortigen Kater-Gehege vor. Alle Kater überstanden den Eingriff gut und wurden - noch etwas benommen - anschließend in einen abgetrennten Teil des Weibchengeheges gebracht. Auf diese Weise wurde das (ziemlich überfüllte und deswegen auch ständig unter ziemlichem Stress stehende) Katergehege der Albergue schon am ersten Tag deutlich entlastet. Für die Jungs muss es ein tolles Aufwachen gewesen sein - lauter hübsche Miezen um sie herum statt wie vorher lauter männlicher Konkurrenten! ;-) Der einzige, der uns ein bisschen Sorgen bereitete, war unser schwarzer El-Risco-Kater. Er hatte die Narkose nicht gut vertragen, brauchte lange zum Aufwachen und blieb deshalb über Nacht auf der Krankenstation. Bis zum nächsten Tag hatte aber auch er sich zum Glück gut berappelt
Ein weiteres Sorgenkind hielt Kati am Samstag in Atem: im Weibchengehege hatten wir „nebenbei“ eine kleine schwarze Katze entdeckt, die in sehr schlechter Verfassung war und von der Kati nicht sicher war, ob sie die Nacht überleben würde. Sie versorgte die Arme medizinisch mit allem, was möglich war, dann packten wir sie vor eine Infrarotlampe, um sie über Nacht schön warm zu halte  und beendeten diesen ersten Kastrationstag ziemlich erschöpft, aber zufrieden.
Am anderen Morgen gab es aus El Risco leider wieder keine Erfolgsmeldung über eingefangene Katzen, obwohl Branco dort die Fallen noch einmal neu aufgestellt und bestückt hatte. Aber entweder waren die Katzen dort zu clever für unsere Fallen, oder irgendetwas anderes war schief gelaufen. Kati hielt sich also weiter an die Kater der Albergue. Außerdem bekam Kati an diesem Tag Verstärkung von Syra, Silke, Enrique, Matthias und 2 Vet. –Studenten Gillermo und Sandra, so dass sie nicht wieder allein am OP-Tisch stehen musste.
Dank der tollen Zusammenarbeit unseres „Dream Teams“ konnten an diesem Tag 15 Tierheimkater, die Katze aus El Risco und noch drei auf Pflegestellen untergebrachte, schon für die Vermittlung vorgesehenen Katzen kastriert werden. Die Kastration der Weibchen ist natürlich viel aufwändiger und dauert auch länger als die der Männchen, deshalb waren wir doppelt froh über die Unterstützung von Kati durch Enrique, Syra Matthias, Silke und den Studenten Sandra und Guillermo.
Auch an diesem zweiten Tag überstanden alle Patienten die Operation gut. Zu unserer Freude hatte sich auch die kleine kranke schwarze Katze besser erholt, als wir alle erwartet hätten. Wir verfrachteten sie in die Krankenstation des Albergue und überließen sie der weiteren Pflege des dortigen Personals. Am Montagvormittag unternahm Kati dann noch einen letzten Kontrollgang durch die Gehege und schaute noch einmal nach all ihren vierbeinigen Patienten, bevor sie am Nachmittag zurück nach Deutschland flog - zum Glück nicht ohne das Versprechen, für eine weitere Aktion irgendwann nächstes Jahr wiederzukommen!
Wir sind alle sehr glücklich und zufrieden über den Erfolg unserer gemeinsamen Aktion! Auch, wenn wir nicht so viele der Streunekatzen von El Risco erwischen konnten, wie wir gehofft hatten - die Tierheimkatzen von Bañaderos haben sehr von Katis Einsatz profitiert. Nicht nur, dass sich die Vermittlungschancen der Kater durch die Kastration erhöht haben, auch ist das Katergehege nun um eine ganze Reihe Kater entlastet - sämtliche kastrierten Kater durften ins deutlich größere Weibchengehege umziehen - und damit wird der Stress für die Tiere dort sehr viel geringer sein als bisher. Am Montagnachmittag durften auch die El Risco-Katzen wieder wohlbehalten auf ihre heimische Finca zurückkehren und wurden dort gleich von einem großen Kater freundlich begrüßt: „Wo wart Ihr denn die ganze Zeit?“ Der Schlauberger hat wohl bloß Katis Abflug abgewartet, bevor er sich aus seinem Versteck gewagt hat! Aber, wie Kati uns per sms bereits energisch versicherte: „Seine Eier hol‘ ich mir auch noch!!“ (Zitat Ende) Na dann ...
Kastrationskampagne “El Risco”
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