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© Förderverein Arycan Gran Canaria e.V.
Tierschutzhunde im Arbeitseinsatz
FÖRDERVEREIN ARYCAN Gran Canaria e.V.
Tierschutzhunde im Arbeitseinsatz Wie Pingo und Jetta meine Arbeit begleiten Gerade bin ich mit Pingo und Jetta im Urlaub. Während sie es sich gemütlich machen, schreibe ich an meinem Konzept für den Einsatz meiner Hunde in der Arbeit. Ich mache eine Weiterbildung zur „hundegestützen Fachkraft“ an der Liehrnhof-Akademie, zum Seminar letzte Woche hatte ich zum ersten Mal beide Hunde mit. Es war zum Thema „Motivation und Entspannung“ und hat uns sehr gefallen. Wir haben viele Dinge ausprobiert und kennengelernt (Massage, Mantrailing, Rally Obedience, Trainingsplan erstellen) und viele Ideen mitbekommen. Fast jede der Teilnehmerinnen hat einen Hund, wobei sich einige bewusst für einen Welpen einer bestimmten Rasse entschieden haben, um den Hund zielgerichtet auf einen Einsatz in ihrem Arbeitsfeld  vorzubereiten. Da gibt es den Golden Retriever, den Großpudel, den Australien Shepherd und den Elo. Aber auch die Tierschutzhunde finden ihren Platz, selbst wenn man nichts über ihre Vorgeschichte und Sozialisation weiß und die Elterntiere nicht kennt. Ich lebe und arbeite in einer familienorientierten Wohngruppe innerhalb der stationären Jugendhilfe, zusammen mit meinen beiden Katzen und den Pudelmischlingen Pingo und Jetta. Beide sind von Gran Canaria über Arycan und Hundezuhause zu mir gekommen. Pingo ist mein erster Hund und seit Oktober 2011 bei mir, inzwischen 10 Jahre alt. Mit ihm habe ich einen echten Glückgriff gemacht! Er zeigte sich von Anfang an pflegeleicht und alltagstauglich, ist sehr menschenbezogen und lässt sich gerne durch Leckerchen motivieren. Jetta kam im Januar 2016 dazu, ist eine wirkliche Herausforderung für mich. Sie ist inzwischen 4 Jahre alt, sehr quirlig und lebhaft, absolut impulsgesteuert und in vielen Situationen sehr unsicher, worauf sie mit Bellen reagiert. Aber so verrückt sie ist – sie ist absolut kinderfreundlich. Und das ist das Wichtigste für mich! Wir leben zusammen mit 6 Kindern und Jugendlichen in der Wohngruppe und wenn ich an der Arbeit bin, sind die Hunde meistens dabei. Sie bereichern den Alltag, erleichtern manchem Kind die Eingewöhnung, l ockern die Atmosphäre in der Gruppe und strukturieren den Alltag mit. Sie sind Kuschelpartner und Freund – sie gehören i nzwischen wie ein Familienhund einfach dazu. Im Rahmen meiner Weiterbildung habe ich zwei Projekte mit den Hunden angeboten. Im Frühjahr gab es als gruppenüber- greifendes Angebot eine Hunde-AG, in der es mir um Wissensvermittlung rund um Hundethemen ging, aber natürlich auch um die Interaktion mit den Hunden und den Spaß daran. Mit insgesamt vier Kindern habe ich dieses Projekt durch- geführt. Um auch den Kindern meiner Gruppe mehr Möglichkeiten zu konkreten Aktionen mit den Hunden zu geben, habe ich für sie das Projekt der „Lernhütte“ angeboten. Da treffe ich mich nachmittags mit einzelnen Kindern der Gruppe in unserem Gartenhäuschen, um mit ihnen an bestimmten (Lern-)Themen zu arbeiten, die gerade dran sind, z.B. Rechnen, 1x1, Lesen, Farben, Uhr, Sprachübungen. Begleitet werde ich auch dabei von Pingo und Jetta, die sich entweder aktiv an den Aufgaben beteiligen (farbige Säckchen aus einem Eimer ziehen, die das Kind benennen muss, mit einem Schaumstoff- würfel würfeln, das Kind muss die entsprechende Anzahl Rechenaufgaben lösen) oder anschließend zum Einsatz kommen. Manchmal können in einer Aufgabe Leckerchen gewonnen werden, die dann anschließend in verschiedenen Aufgaben an die Hunde weitergegeben werden oder die Interaktion mit dem Hund ist die Belohnung für die gute Mitarbeit. Manche Spiel- und Arbeitsmaterialien habe ich mit Fotos der Hunde hergestellt, so dass sie mir z.T. schon im Vorfeld geholfen haben. Es muss also nicht immer der Welpe aus einer bestimmten Zucht sein, der in die tiergestützte Arbeit integriert wird. Auch der Hund aus dem Tierschutz kann hierbei einen tollen Job machen! Es geht in erster Linie darum, dass er freundlich auf den Menschen zugeht. Und selbst mit „Fehlern“ der Hunde kann man arbeiten – denn auch wir sind ja alle nicht perfekt. Ich erlebe die Hunde als große Bereicherung für mein Leben und den Arbeitsalltag und möchte sie nicht mehr missen.